Wu134 hat geschrieben: ↑8. Apr 2020, 14:43
Hallo,
eigentlich gibt es keinen Sinn, hier noch was zu schreiben, denn Udo macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Andere müssen ihre Angaben belegen, er darf sie mit seinen Stammtischkommentaren zerlegen. Hm, jeder weiß, dass der Spritverbrauch mit der Geschwindigkeit steigt, Udo darf es leugnen. Jeder weiß, dass Unfälle mit steigender Geschwindigkeit lebensbedrohender werden. Udo zweifelt es an und schiebt die Schuld auf den schleichenden Minibusfahrer, der mit seinem geringen Tempo die Gefahr den Schnellfahrenden aufzwingt.
Gruß Klaus
Nein, ich mache mir nicht die Welt, wie sie mir gefällt, so ein Quatsch.
Ich wünschte mir doch auch, dass die Drängler und Dichtauffahrer mal Abstand halten, die meisten benehmen sich ja auch, nur wenige fallen aus de Rolle.
Meistens fahre ich doch auch freiwillig 120, allenfalls 130, warum? Natürlich um Sprit zu sparen und weil ich keine Termine habe, die ich einhalten muss, ich weiß doch auch, dass mein Kraftstoffverbrauch steigt, je schneller ich fahre, die Physik kann auch ich nicht austricksen.
Da ist es dann schon manchmal stressig, wenn ich bremsen muss, weil auf der linken Spur andauernd sehr schnelle Vertreterautos um die Wette fahren und ich nicht auf die linke Spur kann, dann denke ich mir auch: Wie entspannend man jetzt auf einer belgischen, holländischen oder französischen Autobahnen unterwegs sein könnte.
Insofern bin ich ja bei euch, nur muss man den Gedanken einfach mal weiterspinnen:
Warum sind denn die deutschen Autos, trotz exorbitant hoher Preise, im Ausland so beliebt?
Weil sie einfach Klasse haben, weil sie "autobahnfest" sein müssen, ein Argument auch für Länder, in denen man niemals schneller als 130 km/h fahren darf, weil das Fahrwerk einfach besser ist, mehr Reserven haben muss, das spürt man auch beim Fahren mit sehr viel geringeren Geschwindigkeiten als 130 km/h. Fahrt mal zum Vergleich ein nur für den amerikanischen Markt gebautes Auto, das kann man gottseidank nur in den USA oder in Europa, wenn ein amerikanischer GI sein Auto hier zum Verkauf anbietet, ich bin so eine Schleuder mal gefahren, der riesige Ami-V-8 macht schon Spaß, aber das Fahren? Schrecklich, ab 80 km/h schwimmt und bockelt das Auto wie ein Ozeandampfer im Sturm, die Lenkung bietet nur eine ungefähre Zielrichtung, das Auto fährt dahin, wo es will, so scheint es, es schaukelt sanft wie ein Sofa, man hat keine wirkliche Kontrolle über das Fahren, fährt man dann noch schneller, wird es richtig ungemütlich, bei 100 km/h lässt man es freiwillig sein. Ebene Autobahnen werden zu einer Buckelpiste, einfach schrecklich.
Amerikanische Autos für den deutschen Markt werden vorher extra dafür umgebaut. Da das aber teuer ist, bieten die Amis nur wenige Modelle hier an.
Wenn ein Tempolimit kommt, werden sich die europäischen Autos an diese Verhältnisse anpassen, weils einfach billiger ist.
Ach ja, Verbrauch: Am meisten verbrauche ich im Stadtverkehr, auf Autobahnen ist der Verbrauch am niedrigsten, auch dann, wenn ichs mal krachen lasse, was selten vorkommt.
Eine Verbrauchsreduktion wird es nicht geben, weil man ja immer nur ein kleines Stückchen schneller fahren kann, dann muss man schon wieder abbremsen, ich hab das mal getestet: Selbe Strecke mal langsam = 6,5 Liter, mal schnell = 6,8 Liter, im Stadtverkehr = über 7 Liter.
Hm, Sozialneid der Langsamfahrenden? Interessant, dass sogar mein anscheinend Mitleid erregender Renault Scenic mit seiner unterdurchschnittlichen, für Autobahnen nicht ausreichenden Leistung von 130 PS theoretisch 196 km/h schafft. Aber mein extremer Sozialneid zwingt mich dazu, nicht schneller als 130 km/h zu fahren. Es liegt definitiv nicht daran, dass ich aus Umweltschutzgründen sparsam fahren will oder wegen meiner Kinder und meiner Frau sicher ankommen möchte.
Also, ich hatte ja selbst mal so einen Scenic mit 130 PS, das ist ein ganz famoses Auto mit dem man auch sehr schnell fahren kann, wenn man es will, einmal hatte ichs mal zufällig eilig, da bin ich den mal ausgefahren, bei 180 km/h liegt der noch super ruhig auf der Straße und laut wird der auch nicht. Der Verbrauch steigt dann natürlich etwas an, aber bleibt noch moderat unter 7 Liter, weil man ja nur selten wirklich schnell fahren kann oder darf.
Warum in Deutschland gerast wird? Das schreib ich lieber nicht genau, aber es geht darum, dass Menschen ihren Frust an anderen Unbeteiligten auslassen, den Druck und Stress der Vernunft vorausstellen und manche da alle Regeln, Grenzen und Restriktionen über Bord werfen, um sich frei und stark zu fühlen.
Solche Zeitgenossen gibt es natürlich, ich will es nicht leugnen, die würden aber auch schneller fahren bei einem Tempolimit, gibts auf den limitierten ausländischen Autobahnen auch, ab und zu.
Die meisten fahren jedoch schnell, weil sie es müssen (Vertreter unter Druck oder Reparateure, die schnell an ihr Ziel kommen müssen).
Du musst nicht immer das allerschlimmste in das Verhalten anderer Leute hineininterpretieren, du kennst diese doch gar nicht.
Und mein letztes Wort zum Thema Tempolimit, Schleicher und Raser: STVO Paragraph 1
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Das ist korrekt zitiert, und? Was heißt das nun?
Das heißt NICHT, dass ein Langsamfahrer einen Schnellfahrer zur Vollbremsung zwingen darf! Das heißt, dass man miteinander auskommen muss, der von hinten heranschießende Schnellfahrer wird beim Linksblinken eines auf der rechten Spur fahrenden Kraftfahrzeuges, gleich ob PKW oder LKW, seinen Speed verringern, um dem Überholwilligen das Überholen angenehm zu ermöglichen, er soll Abstand halten und nicht drängeln, gleichzeitig darf der Linksblinker und Überholwillige aber auch nicht im letzten möglichen Augenblick zuerst links fahren und dann den Blinker setzen.
Hat denn der Überholende sein Vorhaben beendet, schert er so schnell wie möglich wieder nach Rechts ein, um den Schnelleren nicht zu behindern. Das trifft übrigens auch bei einem Tempolimit zu, niemand darf einen anderen nötigen!
Was sieht man aber stattdessen? Der Langsamere wird beim Überholen noch langsamer und schert nach dem Überholen nicht wieder ein, sondern bleibt links, schließlich bestimmt ER ja jetzt, die Geschwindigkeit.
Das ist Nötigung und strafbar! Auch bei einem Tempolimit.
Grüße
Udo
In einem hast du Recht: Eine Diskussion ist hier nicht möglich, jeder will unbedingt seine Meinung durchsetzen auf Kosten der anderen. Toleranz ist nicht.